Das Klöckeln, ein germanischer Fruchtbarkeitsbrauch

Sarntal mit alte Bräuche und überlieferte Geschichten

Ein Tal, das so viel Tradition und Ursprüngliches zu bieten hat, verfügt ohne jeden Zweifel auch über einen großen Schatz an überlieferten Geschichten und geheimnisvollen Plätzen. Es gibt dabei sowohl Sagen, deren Wahrheitsgehalt sich nicht mehr überprüfen lässt, als auch Erzählungen, welche zum Teil von Urkunden und Aufzeichnungen belegt sind. Alte Kultstätten geben noch Zeugnis einer alten, längs vergessenen Zeit. Auch ein uralter Brauch, der im Sarntal noch lebendig ist und noch viele Elemente aus der Urzeit in sich birgt, erzählt von den Gewohnheiten unserer Vorfahren: Das Klöckeln. So wie im Sarntal kann man diesen eigenartigen Brauch in der gesamten Europaregion nirgends erleben, deshalb hat sich das Team der Europaregion auf seine Spuren gemacht.

Das Klöckeln, ein germanischer Fruchtbarkeitsbrauch

Wenn schaurige Töne, Glocken und Getöse durch die stille Winternacht schallen, dann weiß jeder Sarner: Es ist wieder Klöckelnacht. In den ersten drei Donnerstagen im Advent ziehen im Sarntal die Klöckler von Haus zu Haus, um ihre Lieder mit ihrer uralten Melodie zu singen. Vor langer Zeit ist in vielen Gegenden des Alpenraumes geklöckelt worden, aber die moderne Zeit hat diesen urigen Brauch der armen Leute vielerorts vergessen lassen. Nur vereinzelt gibt es noch Orte, wo noch eine Art von „anklöpfeln“ praktiziert wird. Dies hat jedoch nur mehr wenig mit dem Ursprung gemeinsam.

Doch hier birgt er noch eine Menge heidnischer Elemente in sich, welche an die dunkle, vorchristliche Zeit erinnern. Der Gedanke, der dem Klöckeln zugrunde liegt, hängt eng mit dem germanischen Mythos zusammen. Vor der nahen Wintersonnenwende, dem Julfest der Germanen, sollte dem Fruchtbarkeitsgott Donar seine Bahn frei gemacht werden. Dieser kam hoch aus den Lüften auf rollendem Wagen, den zwei Böcke zogen ( der Bockshornbläser erinnert daran). Die Klöckelgruppen sollten mit ihrer furchterregenden Vermummung, mit Lärm, Schall und Zaubersprüchen die bösen Geister des ewig langen nordischen Winters bezwingen. Die Sarner halten den Klöckelbrauch in Ehren und sehen die Klöckler gerne kommen. Jeder Sarner Schulbub ist stolz darauf, das Klöckellied fehlerfrei singen zu können. Früher galt der Spruch: „Je mehr Klöckler die Wintersaat zertrammeln, desto besser gedeiht im nächsten Jahr das Korn.“

„Heint isch ins a heilige Klöckelsnocht, …“
So beginnt das Lied des wohl ältesten Brauches, der sich im Sarntal durch die Jahrhunderte erhalten hat.

Hier geht’s zum Text des Klöckelliedes.

Von http://www.europaregion.info/de/vorweihnachtliches-kloeckeln-im-sarntal.asp

 

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